Ein bisschen politisch, ein bisschen feministisch – und einen romantischen Handlungsstrang gibt es auch
Währungsreform, Luftbrücke, Grundgesetz: Im Sommer 1948 können die Menschen in Westdeutschland auf einen Neubeginn hoffen. Dennoch holt die Vergangenheit viele von ihnen immer wieder ein. Das trifft auch auf Ilsa zu. Die 23-Jährige kehrt in ihre Heimatstadt Bonn zurück, um für den Parlamentarischen Rat als Sekretärin zu arbeiten. Dabei lernt sie die SPD-Abgeordnete Elisabeth Selbert kennen, eine der vier Frauen im Parlamentarischen Rat. Sie kämpft dafür, die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern im Grundgesetz zu verankern, und wird eine Art Mentorin für Ilsa. Doch Ilsa hat ein Geheimnis – und auch die Freundinnen und Freunde, die sie im Spätsommer 1948 kennenlernt oder wiedersieht, haben eher zu viel Vergangenheit als zu wenig.
Die Handlung ist fest in der unmittelbaren Nachkriegszeit verankert. Die Protagonisten stehen stundenlang für Hering an und kaufen zum ersten Mal wieder markenfrei Weißbrot – und sie ringen mit ihrer Schuld und ihrer Verantwortung. Sie schwelgen aber auch in den Büchern und in den Zeitungen, die es wieder gibt, sie hören Musik von Glenn Miller und drängen sich ins Kino und ins Theater. Sie fühlen sich frei von Bomben, frei von Verdunklung, frei vom Blockwart. Ilsa und ihre Freundinnen erhalten – so wie ihr Land – eine zweite Chance. Und sie verlieben sich. Eventuell sogar glücklich.




